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Zeitzeugenbefragung, Klasse 3

Oral History - Zeitzeugenbefragung


Für die Erforschung des Alltags der letzten 80 Jahre wenden Historiker die Methode der mündlichen Geschichte an, um die bestehenden Quellendefizite mit Hilfe von Narrativinterviews zu beheben.

Die 3. Klasse der Grundschule Tiefenbach beschäftigt sich mit dem Thema „Schule früher vs. heute“. Im Laufe der Sequenz haben sich die Schülerinnen und Schüler mit Originalquellen der Schulen Tiefenbach / Treffelstein - wie alten Stundenplänen, Bauplänen von 1953, Belehrungskalender aus der Kriegszeit, Klassenfotos usw. beschäftigt und einen Einblick in das damalige Schulleben gewinnen können. Aufgrund der neu gewonnenen Informationen haben sich die Kinder immer mehr Fragen gestellt. Die Kinder haben herausgefunden, dass in einer Klasse mehrere Jahrgangsstufen unterrichtet wurden. Daraufhin haben sie sich beispielsweise gefragt: „Was haben die 1. und 2. Klasse gemacht, wenn die 3. Klasse eine Probe geschrieben hat?“. Um auf diese Frage eine Antwort zu erhalten, bleibt nur die mündliche Quelle: Ein (e ) Zeitzeuge (in )

Zeitzeugenbefragungen stoßen in der Schule nicht nur deshalb auf positive Resonanz, weil sie eine willkommene Abwechslung im täglichen Schuleinerlei sei können. Es lassen sich hierfür mindestens vier gute didaktisch-methodische Gründe angeben:

Geschichte begegnet Schülerinnen und Schülern in solchen Gesprächssituationen unmittelbarer als im gewöhnlichen Geschichtsunterricht, in dem die Textarbeit mit Quellen und Darstellungen dominiert. Demgegenüber wirkt die direkte Begegnung mit jemandem, der selbst „dabei“ war und nun über das damalige Geschehen in seiner Bedeutung für das eigene Leben berichtet, authentisch und faszinierend.So haben auch die Kinder der Grundschule Tiefenbach den Erzählungen der 86-jährigen Dame aus Schönthal gespannt gelauscht und laut Kinder „ist die Zeit wie im Flug vergangen.“

Zeitzeugenbefragungen verlangen von den Schülerinnen und Schülern ein erhebliches Maß an Eigenaktivität und sich damit prädestiniert für einen handlungsorientierten Unterricht. So haben sich auch hier die Kinder zuerst überlegt, wer als Zeitzeuge für das Thema Schule früher (vor ca. 80 Jahren) in Frage kommen könnte. Im Anschluss daran haben sie Kategorien ausgewählt (z.B. Das Klassenzimmer / das Schulhaus / Strafen …) und sich Fragen dazu überlegt, die aufgrund fehlender oder schlecht lesbarer Quellen nicht beantwortet werden konnten.Zeitzeugeninterviews beziehen das außerschulische Leben in den Geschichtsunterricht ein: Verwandte, Bekannte, Nachbarn und anderer Ortsangehörige fungieren als „Quelle“. Dies trägt zur Öffnung der Schule bei und macht so erfahrbar, dass historisches Lernen dabei helfen kann, Mitmenschen und Mitbürger besser zu verstehen. Gleichzeitig dokumentieren Gespräche mit Zeitzeugen ein explizit gemachtes Interesse der Jüngeren an den Erfahrungen der Älteren und fördern so die Kommunikation zwischen den Generationen. Vom Standpunkt der Lernenden und der Lehrer aus wird oft übersehen, dass ältere Menschen auch von sich aus das Bedürfnis haben, anderen ihre Lebensgeschichte zu erzählen. In der Folgestunde haben die Kinder erzählt, wie sie zuhause ihre Großeltern befragt haben. Einige hatten sogar alte Schiefertafeln oder Fotos dabei.Zeitzeugeninterviews werden heutzutage in den Medien bei zeitgeschichtlichen Themen sehr gerne benutzt. In vielfältiger Kombination mit anderen Darstellungselementen und -methoden beeinflussen sie das Geschichtsbewusstsein der Zuschauer und Zuhörer beträchtlich. Um solche Sendungen kritisch rezipieren zu können, sind grundlegende Einsichten in die Entstehungsbedingungen und die Aussagekraft von Zeitzeugenberichten unumgänglich. In einen Zwiespalt der Meinungen kam es auch in dieser Stunde. Die Zeitzeugin erwähnte wie schlimm die Strafen der Lehrer früher gewesen seien. Daraufhin äußerte eine Schülerin, dass ihre Mama die Schulzeit als „nicht schlimm“ empfunden hätte. Einigen Kindern wurde sofort der Standpunkt beider Zeitzeugen bewusst. Zwischen den beiden Befragten liegen 30 Jahre, eine Zeit, in der sich viel verändert hat.
Bericht von Tanja Lang, LAA


Die Zeitzeugin hat ein Klassenfoto aus ihrer Schulzeit mitgebracht. Gemeinsam haben sie die Anzahl der Kinder in der Klasse gezählt: 67!


Die Kinder lauschen gespannt den Erzählungen der Zeitzeugin Hilde Baier aus Schönthal.